Biografie

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Ich bin 1978 in Polen geboren.
Noch als Säugling erlitt ich eine ICP (Infantile Cerebralparese) die eine körperliche Behinderung nach sich zog. Ich habe eine linksseitig betonte Tetraspastik, bei der sowohl Gesicht und Rumpf als auch alle Extremitäten betroffen sind.
In meiner Jugend zogen meine Eltern mit mir nach Deutschland – unter anderem, weil die Therapiemöglichkeiten damals um ein Vielfaches besser waren als in Polen.
Nach mehreren Aufenthalten in Kurorten und Heilkliniken (unter anderem sogar in Russland) hatte ich 2001 meine erste Begegnung mit der Malerei.
Damals besuchte ich einen Kurort, der einen Malkurs anbot. Die Kursleiterin zeigte mir, dass ich mit Hilfe der Enkaustik-Technik, trotz meines Handicaps schöne, bunte und einzigartige Bilder malen kann.
Dieser Moment war ein gewaltiger Wendepunkt in meinem Leben.
Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl etwas Eigenes zu schaffen und mich kreativ ausdrücken zu können.
Zu diesem Zeitpunkt wohnte ich aber noch bei meinen Eltern.
In ihrer Sorge um mein gesundheitliches Wohl drängten sie mich die Kunst zu vergessen und mich auf meine Therapien zu konzentrieren.
Nichts desto trotz entschied ich mich meinen eigenen Weg zu gehen und so musste ich mich über ihren Widerstand hinwegsetzen.
Anfangs ergab sich für mich nur selten die Gelegenheit zu malen. Hin und wieder nahm mich eine Freundin mit in einen Malkurs.
2006 zog ich von zu Hause aus, und seitdem wohne ich mit drei anderen Rollstuhlfahrern in einer WG, die 24 Stunden von einem Pflegeassistenten betreut wird. Ich kann mich noch sehr gut an meinen ersten Geburtstag in der Wohngemeinschaft erinnern.
Die damalige Leiterin der Einrichtung kam mich besuchen und sagte, sie habe im Keller ein Geschenk für mich. Ich konnte es kaum glauben…ich bekam ein eigenes Atelier. Ab diesem Zeitpunkt konnte mich niemand mehr stoppen!
Heute verstehe ich mich mit meinen Eltern wieder sehr gut. Wir verbringen sehr viel Zeit miteinander und sie unterstützen mich bei meiner Kunst. Ich verkaufe meine Werke an Privatleute, kleinere Betriebe und Dienstleistungsfirmen. Mein größter Auftrag für dieses Jahr umfasst 900 Weihnachtspostkarten. Zudem stelle ich meine Bilder an unterschiedlichen Orten aus. Momentan habe ich eine ständige Ausstellung einiger Werke im Sozialamt Düsseldorf und letztes Jahr hatte ich sogar eine Ausstellung auf einem Schiff der Weißen Flotte. Ich bin sehr froh auf diese Weise am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Meine Arbeit wird kritisiert und wertgeschätzt. Das gibt mir das Gefühl, trotz meines Rollstuhls und meiner Behinderung ein ganz normaler Mensch zu sein.
Vor 15 Jahren war ich wie eine kleine Pflanze auf einem unfruchtbaren Boden. An dem Tag an dem ich zu Malen begann, kam die Sonne für mich auf. Die vielen Helfer, die mich im Laufe der letzten 15 Jahre begleitet haben, waren wie der lebensnotwendige Regen für mich. Heute fühle ich mich wie eine blühende Blume, die immer noch wächst.